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Chronik der Judoabteilung des PSV Bonn

1964

Es begann am 4. November 1964. Fünf Polizeibeamte (Leo von Engelshoven, Fred Mast, Hermann Schumacher, Lorenz Wahl und Richard Wendt) fanden sich in ihrer Freizeit zusammen, um ihre Judokenntnisse von der Polizeischule aufzufrischen.

Vorstand der Judoabteilung im Gründungsjahr 1964/65
• Abteilungsleiter: Fred Mast
• Stellv. Abteilungsleiter: Herrmann Schumacher
• Schriftführer: Leo von Engelshoven

Auf der Bühne der Duisdorfer Mehrzweckhalle machten sie auf den Ringermatten ihre ersten Übungen unter der Leitung von PHW R. Wendt. Herr Boley, der gute Geist der Ringerabteilung des TKSV Duisdorf, hatte ihnen freundlicherweise die Ringermatten zum Training zur Verfügung gestellt. Einen Monat später mussten sich die wackeren Polizisten nach einem neuen Trainer umschauen. Sie fanden ihn in Klaus Kirste, der Mitglied beim 1. Bonner JC war.

Nach zielstrebiger Arbeit konnte bald eine Gürtelprüfung abgelegt werden. Das Bild wurde bunter. Die Judoabteilung wurde bald im Raum Duisdorf bekannt, denn viele, viele kamen. Doch waren die Trainingsmöglichkeiten denkbar ungünstig, trotz einer judogerechten Matte.

1966

Die Judoka zogen 1966 um in die Sporthalle des Bundesgrenzschutzes (BGS).

1967

Im Jahre 1967 stellte das Amt Duisdorf vorübergehend für einen Trainingsabend die Turnhalle am Grünen Weg in der Ludwig-Richter-Schule zur Verfügung. Aber der Andrang von Judofans war so groß, dass diese Trainingsmöglichkeit nicht mehr genügte.

1968

Im Oktober 1968 wurde die Turnhalle der Finkenhofschule bezugsfertig und zwei Trainingstage über je fünf Stunden bekamen die PSV-Judoka.

Als dann noch ein Jahr später zwei neue Judomatten durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Bonn, der Bezirksregierung in Köln, des PSV Bonn und einer Sammelaktion unter den Judoka sowie der Initiative der Herren Portz und Wendt beim Innenminister NRW angeschafft werden konnten, begann der eigentliche Aufstieg der PSV-Judoabteilung. Im Januar 1973 zogen die Judoka von der Finkenhofschule in die Turnhalle der Realschule Medinghoven um, wo sie bis heute am Dienstag, Donnerstag und Freitag von 16:00 bis 21:00 Uhr ihr Training gestalten.

Kontakte mit örtlichen Vereinen wurden geknüpft, Aktivitäten im Rahmen des "Bonner Sommers" durchgeführt. Internationale Turniere mit englischen, belgischen, französischen und holländischen Mannschaften wurden in Duisdorf, aber auch in den befreundeten ausländischen Städten besucht.

Die Senioren-Mannschaft gewann die Landesmeisterschaft. Willi Göttling holte den befreundeten Vize-Weltmeister Günther Neureuther zum Trainingsabend in die Sporthalle Medinghoven. Erste Verbindungen mit der Partnerstadt Villemomble wurden aufgenommen und Freundschaftskämpfe durchgeführt.

Die gute Jugendarbeit bracht erste Erfolge. Bei Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften standen immer wieder in den verschiedenen Klassen Judoka des PSV auf dem Siegerpodest.

1973

1973 stand zum 1. Mal mit Paul Mischur ein Judoka des PSV als Deutscher Jugendmeister ganz oben auf dem Treppchen. Mit Paul Mischur kamen in der Zeit von 1974 bis 1978 noch weitere Judoka dieser Abteilung bei Deutschen Meisterschaften auf Platz zwei oder drei. Es waren: Bernd Benkel, Wolfgang Dax, Thomas Seibel, Markus Emrich und Rosi Diefenthal.

1983

Waren es bis 1983 fast nur die männlichen Judoka, die für Titel und Medaillen sorgten; so änderte sich dies schlagartig. Nicole Riquier wurde nationale und internationale Deutsche Meisterin und mit Petra Koenen noch Deutsche Mannschaftsmeisterin. Yamina Bouchibane und Birgit Felden wechselten von benachbarten Vereinen zum PSV. Seit dieser Zeit platzierten sich diese vier Damen immer wieder bei Deutschen Meisterschaften auf die Plätze 1 bis 3. Sie waren allesamt Mitglieder des Landes- und Bundeskaders. Rechtzeitig zur Jubiläumsfeier 1989 machte Yamina Bouchibane der Judoabteilung das größte Geschenk. Sie wurde am 4. - 5. November 1989 "Deutsche Meisterin" in Bad Homburg.

1989

Vorstand der Judoabteilung im Jubiläumsjahr 1989
• Abteilungsleiter: Toni Riquier
• 1.Stellvertreter: Bernd Zinkematt
• 2.Stellvertreter: Heinz Rott
• Geschäftsführer: Willi Göttling
• Kassenwart: Friedhelm Albers
• Jugendleiter(kommissarisch): Oliver Seibel

1992

Zum ersten Westdeutschen Meister in der Jugend U15 schaffte es Andreas Kanthak im Schwergewicht in der Saison 1992, ihm folgten Meistertitel für Sarah Stalb (2000) und Karolina Arian (2005, U14), Egor Fetisov (2010, U17) und Esther Zorn (2011, U17).

1993

Nachdem die Judoabteilung sechzehn Jahre lang die Bonner Stadt Stadtmeisterschaft in der Realschule Medinghoven ausrichtete, wurde sie 1993 erstmalig für den gesamten Judokreis Bonn veranstaltet. Dies machte einen Umzug in größere Hallen wie bei der Premiere die Endenicher Josef-Strunk-Halle erforderlich.

1996

Im Jahr 1996 verstarb mit Heinz Rott eine wichtige Persönlichkeit, die als Wettkämpfer, Trainer, Kampfrichter und Vorstandsmitglied 27 Jahre lang im PSV Bonn gewirkt hatte. Yamina Bouchibane und Frank-Michael Günther wurden als neue Trainer gewonnen und prägten vier Jahre die Jugendarbeit im PSV.

1998 - 2009

Die Männermannschaft nahm im Jahr 1998 wieder an der Bezirksliga teil und schaffte Jahr für Jahr den Aufstieg in höhere Ligen. 2001 erreichte die von Paul Mischur trainierte Truppe die Regionalliga und erzielte dort 2003 mit Platz vier die bisher beste Platzierung. Ein Jahr darauf war jedoch Schluss, es erfolgte der Rückzug aus der Regionalliga. Die fünf Jahre stellen rückblickend die besten Jahre für PSV-Mannschaften dar, 2001 stiegen beide Männermannschaften auf, 2002 nahmen sogar drei Teams am Ligabetrieb teil. In den Jahren 2007 und 2008 trat keine PSV-Mannschaft mehr an, 2009 kehrten einige Kämpfer wie Waldemar Nierada, Peter Mitschein, Christoph Keldenich oder Predrag Ivanovic zum PSV zurück und stiegen sofort in die Landesliga auf. Dort geht es stetig bergauf (2014: zweiter Platz).

Bei den 2005 erstmals nennenswert in Erscheinung tretenden Veteranen-Kämpfen der über 30-jährigen erreichten die PSV-Senioren, die diesen Namen hier wirklich verdienen, viele Erfolge.

2012 - 2014

Im Laufe der Jahre erhielten neben dem Sportbetrieb viele weitere Aktivitäten einen festen Termin im Jahreskalender. Beispielhaft können hier die traditionelle Radtour nach Merten, Fahrten der Jugend in die Lüneburger Heide, auf die Lahn oder nach Bad Dürkheim, der Austausch mit den Judoka aus Villemomble, die Unterstützung beim Bonn-Triathlon, die 2008 wiederbelebte Vereinsmeisterschaft oder die Ausrichtung des Rheinland-Cups für die Kreisauswahl Bonns in den Jahren 2012 bis 2014 genannt werden.

2013 erfolgte eine Zäsur für die Arbeit der Judoabteilung, als Toni Riquier nach mehr als 25 Jahren die Abteilungsleitung abgab und Harald Schäfer zum neuen Abteilungsleiter gewählt wurde. Für seine Verdienste um den Judosport im Allgemeinen und die Judoabteilung des PSV Bonn im Besonderen erhält Toni Riquier im Rahmen der Stadtmeisterschaft den 5. Dan verliehen